FÜHRUNG - SELBSTSTEUERUNG
Wenn Funktionieren
nicht mehr reicht
Es gibt einen Punkt, an dem äußere Stabilität und inneres Erleben auseinanderfallen. Was dann
passiert – und was es braucht
Es gibt Menschen, die funktionieren außerordentlich gut.
Sie treffen Entscheidungen. Sie halten Strukturen aufrecht. Sie sind verlässlich – für andere,
für Projekte, für Systeme, die ohne sie ins Wanken kämen. Nach außen ist alles stabil.
Und trotzdem stimmt etwas nicht.
Nicht dramatisch. Kein Zusammenbruch. Kein offensichtlicher Grund zur Klage. Aber ein
leises, anhaltendes Gefühl, dass das, was von außen funktioniert, innen nicht mehr wirklich getragen wird.
Funktionieren ist keine Schwäche
Funktionieren ist eine Leistung. Oft eine enorme. Wer unter Druck liefert, wer Verantwortung
trägt ohne zu zögern, wer andere stabilisiert während er selbst in Bewegung ist – der hat
etwas entwickelt, das nicht selbstverständlich ist.
Das Problem ist nicht das Funktionieren selbst. Das Problem entsteht, wenn Funktionieren
zur einzigen verfügbaren Haltung wird.
Wenn es kein Innen mehr gibt, das sich dem Außen gegenüberstellt. Wenn Erschöpfung nicht
mehr als Signal wahrgenommen wird, sondern als Normalzustand. Wenn Entscheidungen
getroffen werden – aber nicht mehr gespürt werden.
Der Punkt, an dem etwas auseinanderfällt
Es gibt diesen Moment, den viele Menschen beschreiben: Man sitzt in einem Meeting, trifft
eine Entscheidung, sagt das Richtige – und merkt gleichzeitig, dass man gar nicht wirklich da ist.
Nicht abwesend im klinischen Sinne. Aber innerlich irgendwie unbeteiligt. Als würde eine gut
eingespielte Version von einem selbst übernehmen, während man selbst irgendwo dahinter wartet.
Das ist kein Zeichen von Versagen. Es ist ein Zeichen, dass innere Ordnung und
äußeres Handeln sich voneinander getrennt haben
Was es braucht – und was es nicht braucht
Es braucht keine Optimierung. Keine neue Methode. Kein weiteres Framework für bessere
Selbstführung.
Was es braucht, ist Klarheit darüber, was gerade wirklich passiert. Nicht als Analyse – sondern
als ehrliche Wahrnehmung.
Wo bin ich noch wirklich präsent? Wo handle ich aus einem inneren Zentrum heraus – und wo
reagiere ich nur noch?
Diese Fragen lassen sich nicht beantworten, indem man mehr leistet. Sie lassen sich nur
beantworten, indem man innehält. Nicht für immer. Nicht dramatisch. Aber bewusst.
Funktionieren ist wertvoll. Aber es ist nicht genug – weder für die Menschen, die geführt
werden, noch für den Menschen, der führt.
-
Daniela Weide
Wenn dieser Text etwas
berührt hat.
Ein Klarheitsgespräch – um zu prüfen, ob diese Arbeit für
Sie passt.